Spielen!
Kreatives Musizieren mit
Bertl Mütter
15. - 21. 7. 2007
(Abdruck aus der Kursankündigung)
SPIELEN! sei ein spontanes und lustvolles REDEN in Musik. Über dein Instrument nimmst du Kontakt auf mit deinen Mitmusikern, zum Publikum, weit hinaus in Raum und Zeit; zugleich wirft es dich, ziemlich unerbittlich, auf dich selbst zurück: damit nämlich etwas herauskommen kann, musst du erst deine innersten Ohren ganz schön spitzen.
SPIELEN! richtet sich an ALLE mit zumindest grundlegenden Kenntnissen auf ihrem Instrument (Stimme eingeschlossen), ausdrücklich aber auch an Fortgeschrittene: Je länger du studierst, einer umso größeren Normierung bist du ausgesetzt, bei / trotz / durch wachsendes Können und Wissen; da kann der frischere Blick sogenannter Anfänger befruchtend wirken, alle profitieren von der Erfahrung aller. Den verborgenen Schätzen daunddort gelte unsere ganze Aufmerksamkeit.
SPIELEN! sei ein zweckfreies, PURES Musikorakel. Seine Antworten (immer mehrere oder aber zweideutige) kommen ganz von allein, im Dialog und oft aus einer Richtung, aus der du es am wenigsten erwarten würdest. Und, wunderlich, sie ergeben sich auf Fragen, von denen du gar nicht gewusst hast, dass du sie stellst. Das stimmt doch vergnüglich.
Wer sich also das STAUNEN (-dürfen, -können, -trauen) bis jetzt nicht aberziehen ließ oder sich danach (zurück-)sehnt, ist herzlich eingeladen zum MitSPIELEN. Bin ich gespannt, wie es weiter geht...
Bertl Mütter
Am Samstag, 21. Juli 2007 wird groß AUF!gespielt. Im Kellertheater oder anderswo, wir werden schon noch sehen. Und hören!
"Man muss das machen, was man machen muss, und alles andere ist ja Lüge ... und Opportunismus" (Gert Jonke). Bertl Mütter, geb. 1965 in Steyr, ist Posaunist, Vokalist, Komponist und Improvisator mit besonderer Lust an genreübergreifenden Projekten, etwa mit der Lichtkünstlerin Victoria Coeln oder mit den Autoren Franzobel und Josef Haslinger. Im Zentrum seiner musikalischen Arbeit steht das Solospiel, er spielt aber auch gerne in Gruppen, wenn das auf einander Hören praktiziert wird. Als Komponist hat er zahlreiche Stipendien erhalten, immer mehr Anfragen und Aufträge neugieriger junger Musiker kommen herein. Zudem ist er zunehmend auch literarisch tätig, täglich veröffentlicht er etwa einen neuen Text im MütterLog (www.muetter.at/blog). Bertl Mütter spielt auf einer Aurora-Posaune (Sondermodell B.M. - instrument in progress) von Robert Schagerl. Bertl Mütter gilt heute als der große österreichische Posaunenindividualist, der auf seinem Instrument stets neue und aufregende Pfade beschreitet; er versteht es, ein fasziniertes Publikum unmittelbar in den Bann seiner Musik zu ziehen. Dabei ist seine Kunst keineswegs nur an Fachspezialisten gerichtet (die sein Können und seine Musikalität schon lange schätzen). Konzerte führen ihn in die ganze Welt, vom mexikanischen Dschungel, über die Slums von Jakarta, den ehemaligen Schahpalast von Teheran, den Rand der algerischen Sahara, zurück zu den großen europäischen Konzerthäusern von Hamburg, Frankfurt und Wien, wo er 2001 seine Staunen machende NachKomposition der Schubertschen Winterreise einem erst irritierten, dann umso begeisterteren Publikum darbot. Nach der akklamierten Solo-CD parlando (2004) folgte im Mai 2005 Mütters Müllerin in Salzburg. 2006 gibt es unter dem Titel unendlich entrückt einen Zyklus von drei Solokonzerten bei der styriarte, Graz (Mütters Müllerin, Schubert:Winterreise:Mütter, Mütters Dichters Liebe - UA). Wer, unter dem Vorwand, einem Publikum verständlich bleiben zu wollen, sich vor unbedingter persönlicher Authentizität drückt, verscheucht jeglichen Zauber. Ein verzaubertes Publikum aber versteht und erträgt nur das Pure. (Bertl Mütter)
Kollegen über Bertl Mütter
"Bertl Mütter ist ein grandioser Mensch und Musiker, der aus seiner Posaune Töne herauskitzelt, die immer wieder verblüffen. Ein Magier unter den Blechbläsern, der mit seiner Posaune abhebt wie kein anderer. Da wäre jede falsche Bescheidenheit geheuchelt, weil da hebt man ab und schwebt davon." Franzobel (Duopartner; Schriftsteller)
"Seine unbeugsame Vitalität wirkt in keinem Augenblick wie eine Flucht nach vorn, weil sie tief in der großen epischen Kurve verwurzelt ist. Sein Herz fängt eine Mahler-Symphonie in eine Posaune. Er hört nie auf zu singen, selbst wenn er schweigt; man kann sich nur hingeben oder davonlaufen." Christoph Cech (Duopartner; Komponist, Pianist, Leiter der Jazzabteilung an der Anton Bruckner Privatuniversität des Landes Oberösterreich)
"Bertl Mütter ist der Erfinder des Spaziertanzes. So etwa könnte man den eigenartigen Bewegungsdrang zbezeichnen, in den er verfällt, sobald er eine Posaune in Händen hat. Seine Musik ist sichtbar. Und manchmal spielt er mehrere Stimmen gleichzeitig, vielleicht weil sein Name ihn zur Mehrzahl verpflichtet." Josef Haslinger (Triopartner; Schriftsteller)
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